Nützlinge im Garten schützen: Vögel richtig füttern

Wenn Lebkuchen und Weihnachtsleckereien in den Regalen der Supermärkte auftauchen, dann liegen parallel die ersten Meisenknödel im Regal. Während einige Leute beherzt zugreifen, regen sich bei vielen Tierfreunden Zweifel an der Zufütterung der Vögel.

Die Winterfütterung war in den letzten Jahren Thema vieler Forschungsarbeiten und ist unter Natur- und Vogelliebhabern ein heiß diskutiertes Thema. Viele Fütterungsgegner vertreten die Meinung, dass die natürliche Auslese unter den Tieren nicht mehr funktioniert, wenn man den Vögeln diese einfache Möglichkeit der Futterbeschaffung anbietet. Durch die gut gefüllten Futterstellen würden schließlich auch kranke und schwache Vögel eher einen Winter überleben. Außerdem hilft die Fütterung an den heimischen Futterstellen im Garten ohnehin nur den Vogelarten, die sowieso nicht vom Aussterben bedroht sind.

Vögel füttern ist Tierschutz

Führende Ornithologen haben nach jahrzehntelanger Forschung eine andere Meinung zu diesem Thema. Für sie ist klar: Vögel zufüttern ist Tierschutz. Die Gründe dafür sind vielfältig. Zum einen liegt es an dem immer knapper werdenden Lebensraum für viele Vogelarten das Nahrungsangebot schrumpft, nicht zuletzt mit Monokulturen auf den Feldern.

Auch wenn schwache Vögel durch ein reichliches Nahrungsangebot eher überleben, fallen sie dann schneller Fressfeinden zum Opfer. Dass die Fressfeinde der Vögel überleben und genug Nahrung finden, ist mindestens so wichtig wie das Überleben der Vögel, wissen die Experten. Denn nur so kann ein natürliches Gleichgewicht erhalten bleiben.

Ganzjährige Vogelfütterung?

Der Trend unter den Experten geht ganz klar dahin. Nach ihrer Ansicht sollte das Zufüttern nicht erst beginnen, wenn die Natur unter einer dicken Schnee- und Eisschicht liegt. Die Vögel sollten schon weit vorher die Möglichkeit haben die Futterstellen zu finden und anzunehmen. So können sie sich die nötigen Reserven für den kommenden Winter rechtzeitig anfuttern.

Um den Vögeln auch während der Brutzeit genug Nahrung zu bieten, empfiehlt sich die Ganzjährige Fütterung umso mehr. Die brütenden Eltern haben den Vorteil, dass sie ihr Neste nicht lange alleine lassen müssen. Sind die Jungen erst geschlüpft, können die Eltern mehr Energie auf die Insektenjagd für sie Schützlinge verwenden und bleiben durch das stete Nahrungsangebot trotzdem gut bei Kräften. So wachsen gesunde und gut entwickelte Jungvögel heran. Die Theorie, dass die Vogeleltern ihre Jungen mit Körnern statt mit den notwendigen Insekten versorgen ist dabei nicht richtig. Die Vogeleltern wissen instinktiv welche Nahrung ihre Jungen vertragen und brauchen.

Rund um gesund: das richtige Vogelfutter

Damit die Vögel gesund bleiben, ist es wichtig ausgewogen und artgerecht zu füttern. Das Futter sollte darüber hinaus eine gute Qualität haben. Wer die Möglichkeit hat, sollte mehrere Futterstellen im Garten einrichten. Dort können dann Sämereien, Haferflocken, Fettfutter (unter anderem Meisenknödel) und auch Obststückchen, beispielsweise Apfel, gereicht werden. Achten Sie darauf, dass die Futterauswahl nicht nur aus Fettfutter besteht, sondern Abwechslung bietet. Werden frische Obststückchen gereicht, ist es wichtig nicht gefressene Reste regelmäßig zu entfernen.

Durch mehrere Futterstellen im Garten lassen sich Futterstreitigkeiten besser vermeiden. Ein Futterhäuschen an einer hohen dichten Hecke lockt auch ängstlichere Arten wie Mönchgrasmücke, Goldhähnchen oder den Zaunkönig hervor.

Wer frisst was? Für jeden Vogel das richtige Futter

Die heimischen Wildvögel lassen sich ungefähr in zwei Futterkategorien einteilen. Die Körnerfresser, mit einem kräftigen Schnabel zum Aufbrechen von harten Schalen und Kernen und die Weichfutterfresser. Körnerfresser mögen grobe Körner wie zum Beispiel Sonnenblumenkerne. Weichfresser hingegen, eher Haferflocken, Mohn oder Rosinen und Obst. Außerdem gibt es Vogelarten, die beides fressen. Dazu gehören Meisen.

Je nachdem welches Futter angeboten wird, lassen sich also die einzelnen Arten in den Garten locken. Ganz wichtig! Bitte keine Speisereste verfüttern. Brot kann im Magen aufquellen und Speisereste können Gewürze und für die Vögel schädliche Inhaltsstoffe enthalten. Ein Vogelmagen ist für solche Dinge nicht geschaffen.

 

Körnerfresser

Weichfutterfresser Allesfresser
Gimpel / Dompfaff Star Kleiber
Sperling Zaunkönig Specht
Zeisig Amsel Meise (alle Arten)
Fink Rotkehlchen  
  Heckenbraunelle  

 

Der richtige Platz für die Vogel Futterstelle

Freistehende Futterhäuser sollten mindestens 1,5m hoch sein und am besten an einem glatten, dünnen Gestänge befestigt werden. So sind sie für Katzen, Mader und andere kleine Raubtiere nicht so gut zu erreichen. Ein hängendes Vogelhaus sollte aus den gleichen Gründen in ausreichender Entfernung zum leicht zu erkletternden Stamm aufgehängt werden.

Futterstellen sollten wenn möglich überdacht sein, um die Körnermischung vor den Witterungseinflüssen zu schützen. Das Futter kann sonst aufquellen und verderben. Dann wird es zur Gefahr für die Vögel. Für die Hygiene an der Futterstelle empfehlen sich Meisenknödel, Erdnussspender oder Futtersilos. Hier können die Vögel keinen Kot auf die Nahrung absetzen und Krankheiten breiten sich nicht so schnell aus. Reinigen Sie Futterhäuser regelmäßig, bevor Sie diese neu bestücken. Trinkwasser sollte nicht vernachlässigt werden, gerade bei Frost, sollte gefrorenes Wasser mehrmals täglich durch lauwarmes Leitungswasser ersetzt werden.

Auf die Hygiene achten

Wer Vögel füttert, der sollte dabei auch auf die Hygiene achten. Denn gerade über den Kot der Tiere verbreiten sich viele Erreger und auch Parasiten können bei einer dichten Besiedelung leicht von einem Tier zum anderen gelangen. Wer nicht viel Zeit auf die Reinigung der Futterstellen verwenden kann oder möchte sollte deshalb zu Futterspendern greifen. Die Vögel können das Futter nicht durch Kot verunreinigen und wenn der Spender leer ist, lässt er sich vor dem erneuten Befüllen leicht abspülen.

Wer auf ein traditionelles Vogelhaus nicht verzichten möchte, der sollte sich im Klaren sein, dass die Futterstelle regelmäßig mit heißem Wasser gereinigt werden muss. Bei der Reinigung zum Selbstschutz unbedingt Handschuhe tragen. Bei trockenem Vogel Kot, der Stauben könnte empfiehlt es sich außerdem eine einfache P3 Maske aus dem Baumarkt oder einen Mundschutz zu tragen. Denn bei aller Freude die uns die possierlichen Tiere bringen, können sie Krankheitserreger auch auf den Menschen übertragen. Es sollte immer nur so viel Futter nachgelegt werden, wie an einem Tag verzehrt wird.

Ein Tipp: mit etwas Handwerklichem Geschickt lassen sich tolle und praktische Vogelhäuschen selber bauen. Dabei kann man dann auf Vorteile wie ein abnehmbares Dach achten und auf abwischbare, versiegelte Oberflächen.

Der vogelfreundliche Garten: so geht es

Wer seinen Garten nicht nur mit künstlichen Futterstellen ausstatten möchte, sondern das ganze Jahr eine vogelfreundliche Umgebung schaffen möchte, der sollte vor allem auf die Auswahl der richtigen Bäume und Pflanzen achten. Beerensträucher wie Himbeere, Brombeere, Eberesche und Weißdorn bieten Futter- und Nistmöglichkeiten gleichermaßen.

Auch Obstbäume sind eine gute Ergänzung, da sie neben den reifen Früchten in der Blüte Zeit jede Menge Insekten anlocken. Viele Vogelarten brauchen Insekten für ihre Schlüpflinge, da die kleinen Vögel eine sehr Eiweißreiche Kost benötigen.

Dichte Hecken, Sträucher und hohe Immergrüne Bäume bieten Schutz, Versteck- und Nistmöglichkeiten für verschiedene Vogelarten.

Vogelgerechte Gärten mit Expertenhilfe

Durch die richtige Gartenplanung und Bepflanzung kann Ihr Garten zur Brutstätte für viele heimische Vogelarten werden. Holen Sie sich Rat beim Experten. Bei allen Anliegen rund um Ihren Garten, steht Ihnen das Team der Firma Plath gerne mit Rat und Tat zur Seite.

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